Ein gezielter Cyberangriff auf den Finanzplatz könnte schwerwiegende Folgen für die hiesige Wirtschaft haben. Um eine potenziell systemische Cyberkrise abzuwehren, hat der Finanzplatz Schweiz im Rahmen des Swiss Financial Sector Cyber Security Centre (Swiss FS-CSC) eine Krisenkoordinationszelle (CCC) aufgebaut. Diese hat gestern im Forum der Schweizerischen Nationalbank in Zürich ihre Bereitschaft, ihr Dispositiv und Prozesse in einer Cyberübung erfolgreich getestet.
Der Finanzsektor und seine Dienstleistungen bilden eine kritische Infrastruktur für die Schweiz, ihre Bevölkerung und deren Lebensgrundlage. Ein Ausfall von relevanten Systemen, Prozessen oder Instituten kann der gesamten Wirtschaft schaden, mit negativen Auswirkungen bis in die breite Bevölkerung. Cybersicherheit hat deshalb bei den Banken, Versicherungen und anderen Finanzinstituten höchste Priorität. «Bei einer systemischen Cyberkrise führt ein Cyberangriff zu weitreichenden Störungen auf dem Finanzplatz. Es sind also nicht nur einzelne Akteure betroffen, sondern das Zusammenspiel und die Stabilität des ganzen Systems wird gefährdet», erklärt Alexandra Arni, Geschäftsführerin von Swiss FS-CSC. Sie betont: «Im Ernstfall gilt es Betriebsunterbrüche zu verhindern und den Schaden zu begrenzen. Neben dem Schutz vor finanziellen Verlusten unserer Mitglieder und ihrer Kundschaft geht es auch darum, die Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit gegenüber Kundinnen und Kunden sicherzustellen.»
Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und Behörden entscheidend
Um die Cyberresilienz des Finanzplatzes als Ganzes zu stärken, hat der Finanzsektor in Zusammenarbeit mit den Behörden im April 2022 den Verein Swiss FS-CSC als Public-Private Partnership gegründet. Die Krisenkoordinationszelle (CCC) ist ein Gremium, das sich aus Vertretenden der wichtigsten Stakeholder zusammensetzt: Die CCC-Mitglieder bekleiden COO- und Business-Resilience- oder andere hohe Management Funktionen in systemrelevanten Banken der Schweiz, bei grossen Versicherern, beim Bundesamt für Cybersicherheit BACS, bei der Schweizerischen Nationalbank, beim Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen SIF, bei der SIX und bei Verbänden der Schweizer und Liechtensteiner Finanzinstitute. In einer systemischen Cyberkrise übernimmt dieses Gremium die Koordination zur Schadensbegrenzung und zur Wiederherstellung der kritischen Prozesse und Dienstleistungen.
Vorbereitung auf den Ernstfall
Cyberübungen simulieren ein mögliches systemisches Krisenszenario. Unter realistischen Bedingungen folgt die CCC dem definierten Führungsprozess und identifiziert notwendige Massnahmen. «Die Cyberübungen unterstützen den Finanzplatz dabei, im Fall einer Cyberkrise bereit zu sein, rasch und koordiniert zu reagieren, um den Schaden für die Volkswirtschaft zu minimieren», sagt Alexandra Arni und ergänzt: «Die Übungen und deren Vorbereitung tragen aber auch dazu bei, zu verstehen, wie wir uns noch besser vor Cyberrisiken schützen, damit ein Cyberangriff gar nicht erst eine systemische Cyberkrise auslöst.»

Der Verein Swiss FS-CSC ist eine Public-Private Partnership. Sein Zweck ist, die Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors gegen Cyberrisiken zu verbessern und eine Partnerschaft zwischen Finanzinstituten und Behörden in strategischen und operativen Fragen zu pflegen. Der Verein wurde am 5. April 2022 in Zürich gegründet und hat inzwischen fast 180 Mitglieder, darunter Banken, Rück-/Versicherungen, weitere Finanzdienstleister, die Schweizerische Nationalbank (SNB), SIX, Wertpapierhäuser und Branchenverbände. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA), das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) unterstützen den Verein als Affiliates und wirken in seinen wichtigen Gremien mit.
Alexandra Arni
Geschäftsführerin
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